Vereinsgründung

Gründung des Mesopotamien Assyrischen Verein

 

Die Gründung eines solchen Vereins war notwendig, weil die Anzahl der Assyrer, die ihre Heimat Bethnahrin im Südosten der Türkei wegen der zunehmenden Unterdrückung durch die benachbarten Moslems einerseits und die Diskriminierung  bzw. Vertreibung der christlichen Assyrer durch den türkischen Staat anderseits, verlassen mußten und nach Europa bzw. Deutschland flüchteten, zugenommen hatte.

Da die fundamentalistische Islamisierungswelle sich auch auf die benachbarten Länder wie Irak, Syrien und Libanon ausdehnte, flüchteten nach und nach mehrere assyrische Familien nach Europa und nach Deutschland.

 

Die bereits als Gastarbeiter in Wiesbaden wohnenden Assyrer und die aufgrund der oben erwähnten Gründen nach Wiesbaden zugezogenen Flüchtlings-Assyrer, haben die Notwendigkeit eines Vereins zur Interessenvertretung des assyrischen Volkes und als Selbsthilfeorganisation bei behördlichen und sprachlichen Problemen, sowie zur Bewahrung der Kultur und der Muttersprache rechtzeitig erkannt. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die assyrische Kultur, Tradition und die Sprache zu pflegen und die gesunde Integration seiner Landsleute und Mitglieder insbesondere die Bewahrung der kultur-religiösen Identität der jungen Generation in die deutsche Gesellschaft zu fördern.

Im Rahmen der oben genannten Aktivitäten hat der assyrische Verein eine Reihe von lebenswichtigen Problemen gelöst. Vielen jungen Menschen und Familien die durch das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge, anderen Bundesländer zugeteilt wurden, wurden durch den Einsatz einiger Vereinsmitglieder nach Wiesbaden gebracht, damit der Zusammenhalt zwischen den assyrischen Familien bzw. Verwandten wiederhergestellt werden konnte.

 

Neben den zahlreichen kulturellen und politischen Veranstaltungen in der Stadt Wiesbaden und Umgebung hat der Mesopotamien Assyrische Verein seit der Gründung des Kulturrings Wiesbaden im Jahre 1985 mit zwölf weiteren deutschen Kulturvereine sehr eng zusammengearbeitet. Dadurch konnte er über seine Aktivitäten und über die in der Öffentlichkeit wenig bekannte assyrische Volksgruppe zu informieren. Somit hat der Mesopotamien Assyrische Verein nicht nur für die assyrischen, sondern

auch für die Verbreitung der deutschen aber auch der internationalen Kultur und Völkerverständigung einen beachtlichen Beitrag geleistet.

 

Der Mesopotamien Assyrische Verein hat auch die Aufgabe einer sogenannten Kulturbrücke erfolgreich übernommen, die zur Mobilisierung aller Kulturkräfte der deutschen und der ausländischen Kulturvereine geführt hat. Der Mesopotamien Assyrische Verein hat durch eine Fülle von Informations- und Kulturveranstaltungen, Plakataktionen und Radiosendungen einen großen Anteil zur Umfunktionierung der ehemaligen Gewerbeschule in der Wellritzstraße / Walramstraße, in einen gemeinschaftlichen Kulturzentrum geleistet.

 

Im Jahre 1982 hat der Mesopotamien Assyrische Verein im Zusammenarbeit staatlichen Schulamt den muttersprachlichen Unterricht in den deutschen Schulen eingeführt. Seit Beginn des muttersprachlichen Unterrichts an den staatlichen Schulen haben über 750 assyrische Schüler diesen Unterricht genossen. Zurzeit wird an sieben Wiesbadener Schulen der muttersprachliche Unterricht durchgeführt.

 

Mit vollem Einsatz an den Aktivitäten mit dem Ausländerbeirat die ständige Teilnahme am internationalen Sommerfest, und Teilnahme an Kultur und politischen Aktivitäten deutschen und anderen Parteien und Organisationen, hat der Mesopotamien Assyrische Verein einen wichtigen Beitrag für mehr Kultur in Wiesbaden, für die Völkerverständigung und für die Integration verschiedener Nationalitäten in Wiesbaden geleistet. Da die Integration, eines der wichtigsten Anliegen des Vereins ist, hat der Mesopotamien Assyrische Verein bezüglich der Integration zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen durchgeführt und die Integrationsprogramme des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Mitteleuropa/ZAVD regelmäßig unterstützt.

 

Um die junge Generation auch im sportlichen Bereich zu integrieren, hat der Mesopotamien Assyrischer Verein von Anfang an eine Fußballmannschaft gegründet. Die Fußballmannschaft nahm erfolgreich an die assyrischen Fußballturnieren in ganz Deutschland gar Europa teil und gewann mehrere Auszeichnungen. 1990 wurde der FC – Mesopotamien beim hessische

Fußballverband angemeldet. Der im Jahre 1991 auch vom hessischen Fußballverband und Sportamt Wiesbaden anerkannten FC – Mesopotamien trennte sich allmählich vom Gedanke der Hobbymannschaft und spielte bis 1998 erfolgreich im Verbandspielbetrieb der Kreisliga B. Der FC – Mesopotamien wurde sogar 1997-1998 Champion der Kreisliga B und stieg in die Kreisliga A.

 

Der Mesopotamien Assyrische Verein hat im Rahmen der regelmäßigen kulturellen und politischen Veranstaltungen wie z.B.

  • "Kultur vor Ort" einer Veranstaltung unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Achim Exner im Wiesbadener Kurhaus, oder
  • die Veranstaltungsreihe “Licht für Alle“ der Wiesbadener Kurier, eine breite Aufklärungsarbeit betrieben.

 

Die Protestaktionen gegen die türkische Regierung, wegen den zunehmenden Angriffen und Ermordungen einiger assyrischer Persönlichkeiten mit der Besetzung des regionalen Büros der politischen Parteien im Wiesbadener Rathaus, hat der Mesopotamien Assyrische Verein ein großes Ansehen und eine breite Öffentlichkeit erregt.

 

Um über die Lage der Assyrer in der Heimat und in der Diaspora mehr berichten und eine bessere Aufklärungsarbeit leisten zu können, hat der Mesopotamien Assyrische Verein, die Notwendigkeit einer Vereinseigenen Zeitung erkannt. Die ab 1981 in unregelmäßigen Abständen erschienene Wandzeitung wurde gezielt verstärkt und ab Januar 1988 zu einer regelmäßig erscheinenden Vereinszeitschrift umgewandelt. Die Zeitschrift “Schrogo“ (Die Leuchte) steht auch heute im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten.

 

Der Mesopotamien Assyrische Verein hat seine Solidarität mit dem Kirchenrat der Syrisch Orthodoxen Gemeinde immer wieder zu Ausdruck gebracht. Der Verein hat dem Kirchenrat bei dem Erwerb des syrisch – orthodoxen Gemeindezentrums im Europa – Viertel zur Seite gestanden. Den Vereinsmitgliedern und der Allgemeinheit hat der Mesopotamien Assyrische

Verein immer wieder die Notwendigkeit eines solchen Gemeindezentrums betont und sowie neben der beachtlichen materiellen auch moralische Unterstützung zu dessen Aufgabe beigetragen.

 

Eines der erwähnenswerten Vereinsaktivitäten war das am 11.07.1997 unter der Leitung von Dr. Abrahim Lahdo in dem syrisch – orthodoxen Gemeindesaal veranstaltete Chorkonzert mit den 2000 Jahre alten rhythmischen Kirchen – und Volksliedern. Dr. A. Lahdo und das Chor, dem auch einige Vereinsmitglieder angehörten, haben die 2000 Jahre alte kirchliche Tradition

wiederhergestellt. Vor kurzem hat dieser St. Afrem - Chor und der Mesopotamien Assyrische Verein gemeinsam eine MC und CD herausgebracht.

Der Mesopotamien Assyrische Verein wird trotz der begrenzten Möglichkeiten, an seinem Kurs festhalten uns sich für die Belange der Assyrischen Nation und insbesondere der assyrischen Gemeinschaft in Wiesbaden einsetzen!

Hier finden Sie uns

Mesopotamien Assyrischer Kultur- und Sportverein e. V. Wiesbaden
Walramstraße 16 A

65183 Wiesbaden

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